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Schitouren und Recht        §

Überblick


Wo sind Schitouren in Österreich erlaubt?
  • im alpinen Ödland oberhalb der Waldgrenze fast uneingeschränkt
  • im Wald auch abseits der Wege unter Anwendung der "nötigen Vorsicht"1)
  • auf Waldlichtungen, Waldwiesen und Almen
  • nur in Vorarlberg ausdrücklich auch auf landwirtschaftlichen Flächen
Ausnahmen:
  • Jungwald unter 3 m Höhe (Durchschnitt) darf nur auf Wegen betreten werden.
  • Variantenfahren durch Wald im Bereich von Schipisten ist verboten. Tourengeher dürfen jedoch auch hier einmal pro Tag aufsteigen und wieder abfahren2).
  • Wildfütterungen und -einstandsgebiete können ebenfalls gesperrt werden, dürfen meist aber auf Wegen und Schiführen durchquert werden (in jedem Bundesland anders) - siehe Details-Jagdsperren
Kompetenz-Wirr-Warr:
  • Das freie "Betreten des Waldes zu Erholungszwecken" (fälschlicherweise oft "Wegefreiheit im Wald"3) genannt) ist nach dem Bundes-Forstgesetz geregelt. (Auch Schifahren ist "Betreten zu Erholungszwecken".)
  • Das Jagdrecht ist hingegen Landessache - und schränkt das "Betreten zu Erholungszwecken" wieder vielfach ein.4) (in jedem Bundesland anders) siehe Details-Jagdsperren
    1) Grundlage dafür ist § 33 Abs. 1 des Forstgesetzes:
    "Jedermann darf, unbeschadet der Bestimmungen der Abs. 2 und 3 und des § 34, Wald zu Erholungszwecken betreten und sich dort aufhalten."
    Schifahren gilt als "Betreten zu Erholungszwecken", da Schier fest mit dem menschlichen Körper verbunden sind. Überdies gilt keinerlei zeitliche Einschränkung. "Betreten zu Erholungszwecken" ist rund um die Uhr erlaubt. Auch die Mitnahme von Gegenständen aller Art ist zulässig (z. B.: Taschenlampen, Teleskopstöcke, Fotoapparate und Kameras - außer zu kommerziellen Zwecken). Kinderspielzeug darf ebenfalls mitgenommen werden. Darunter fallen auch Kinderroller und -fahrräder - denn unter einer bestimmten Mindestgröße gelten sie nicht als Fahrrad, sondern als Spielzeug).
    Mit der "nötigen Vorsicht" ist die schonende Behandlung des Waldes gemeint. ^
    2) § 33 Abs. 3 beschränkt das Abfahren mit Schiern "im Bereich von Aufstiegshilfen" und Schipisten. Als Abfahren gilt aber nur das Schwingen, nicht jedoch das Queren eines Geländes (in einem Winkel bis zu 15 Grad zur Horizontalen).
    Im Ausschußbericht zur Forstgesetznovelle 1987 (285 BlgNR 13. GP) heißt es jedoch, daß "die Bestimmung des Abs. 3 keineswegs dem Tourengeher verbieten will, einmal pro Tag mit den Schiern aufzusteigen und auch durch den Wald (sofern dieser nicht von der Benutzung zu Erholungszwecken ausgenommen ist) wieder abzufahren". ^
    3) Das "Betreten zu Erholungszwecken" ist auch abseits der Wege erlaubt. ^
    4) Erlaubt sind aber nur besonders notwendige Sperren. Denn der Landesgesetzgeber darf Bundesgesetze nicht vereiteln. ^
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